Zwetana Penova Connecting Design

Strategie & Innovation

User Research mit Rapid-Prototyping

Was hat das Prototyping in der User-Research verloren? Ist Prototyping nicht der fünfte Schritt des Design-Thinkings, zwischen “Ideation” und “Testen”? Wir sind nicht mehr in der Schule, und das Prototyping ist viel zu wand­lungs­fä­hig, um nur der Visualisierung von Design-Ideen zu dienen.

Mit Prototyping Erkenntnisse gewinnen

Genau so wie die menschliche Natur kann User-Research fusselig werden und ins Stocken geraten. Ein guter Moment, um Ihre potenziellen Kunden zu bitten, das Problem durch Prototyping zu erkunden. Sie brauchen einfache, zum Prototypen-Bau geeignete Materialien, einen Raum und etwas Zeit. Im nächsten Schritt ziehen Sie sich zurück und beobachten das Geschehen. “Denken mit den Händen” wird Ihren Test-Personen helfen, Probleme und Wünsche, für deren Beschreibung noch die Wörter fehlten, als Bild einzufangen. Solche von Nutzer erstellte Momentaufnahmen helfen, die mentalen Modelle der Nutzer besser zu verstehen und einen tieferen Dialog aufzubauen.
Warnung: Überinterpretieren Sie diese Artefakte nicht, die Erklärung der Autoren sowie gute Dokumentation sind wichtig.

Storytelling

Nichts begeistert uns Menschen mehr als Geschichten! Geschichten helfen uns, eine eigene Meinung zu bilden, unsere Wünsche und Ängste zu entdecken. Gute User-Research versucht immer, den emotionalen Kontext der Nutzer abzubilden. Knifflig, weil Menschen, vor allem Erwachsene, sich gerne als rationale und reflektierte Wesen darstellen möchten.
Mit Prototyping kann es gelingen, diese Mauer zu durchbrechen. In unserer Praxis haben wir die Erfahrung gemacht, dass spielerisches Prototyping hilft, diese rationale Maske abzulegen und die verdeckte, unbewusste Motivation zu entdecken.
Diese “Aha”-Momente treten vor allem während der Vorstellung des Prototypes auf und geben Ihnen starke Hinweise auf emotionale Faktoren und den Nutzungskontext, die Ihren potenziellen Nutzer beeinflussen.

Design-Thinking und Prototyping

Das Tolle an Design-Thinking ist, dass es eher eine “geistige Haltung” als eine “Prozesskette” ist. Dank solch kluger Köpfe und Herzen wie IDEO wurde die Methode in verschiedenen Bereichen getestet, erweitert und weiterentwickelt. Die Fähigkeit, schnell die offenen Fragen einzurahmen, macht das Prototyping zu der Methode, die innerhalb aller Design-Thinking-Schritte benutzt werden kann.
Dazu ein Zitat von David Kelly von IDEO zum Prototyping: “Jedem Prototype liegt ein Experiment zugrunde – um Fragen zu stellen und die richtige Auswahl zu treffen. Prototyping zeigt dir etwas, was du mit anderen Menschen besprechen kannst … ein Prototyp verkörpert deine Idee.”

Fazit

Rapid-Prototyping kann in verschiedenen Situationen flexibel und mit viel Spaß durchgeführt werden. Alles, was Sie brauchen, sind einfache und günstige Materialien wie Karton,buntes Papier, Lego-Steine, Kaffeebecher, Schere, Kleber etc.
Rapid-Prototyping bedeutet, Ideen und diffuse Gedanken zu konkretisieren und ins Reale zu übersetzen.
Die Gedanken der potenziellen Nutzer sind es definitiv auch wert, als Prototypen konkretisiert zu werden. Bitten Sie Ihre potenziellen Nutzer um die Visualisierung ihres Standpunkts, und Ihr Produktteam wird von diesem Experiment profitieren.

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Möchten Sie mehr über Personas und weitere User-Research-Methoden erfahren? Wir haben noch freie Plätze in unserer Masterclass “Agile User-Research” am 28. und 30. April in Berlin.

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