Zwetana Penova Connecting Design

Strategie & Innovation

Сontextual Inquiry verschafft den Überblick

User Research Periscope cc by 2.0

Eine Situation, in der jeder Produktmanager oder Designer früher oder später landen kann – der neuen Auftrag ist für eine Zielgruppe, die man überhaupt nicht kennt. Eine perfekte Situation, um die Contextual Inquiry anzuwenden – eine User-Research-Methode, die ein Gesamtbild der Nutzer liefert.

Contextual Inquiry ist…

Contextual Inquiry ist eine User-Research-Methode, die darauf abzielt, Informationen über die Umgebung, Ziele und Wünsche der potenziellen Kunden zu sammeln und zu prüfen. Im Geiste ist die Methode mit der Arbeitsweise von Anthropologen verwand und verbindet das stille Beobachten mit einem Interview.
Beobachten bedeutet, die eigene Komfortzone zu verlassen, sich auf das Fahrrad zu schwingen (jedenfalls in meinem Fall) und die potenziellen Nutzer in ihrer Realität zu besuchen! Bereitet euch darauf vor, viel Neues zu entdecken.

Contextual Inquiry vorbereiten

Die Contextual Inquiry braucht etwas Zeit für die Vorbereitung. Mit einer guten Projektstruktur lassen sich die Tests trotzdem schnell und zeitsparend durchlaufen.

Ziele

Am Anfang ist es wichtig, sich genaue Ziele für diese Tests zu setzen. Kleines Beispiel: Unsere Aufgabe ist es, ein Blutzuckermessgerät für Kinder zu verbessern. Um die Contextual Inquiry vorzubereiten, wäre es nun wichtig zu wissen, um welchen Aspekt der Verbesserungen es sich dabei handelt. Geht es darum, das Gerät für die Kinder sympathischer zu gestalten oder muss die User Experience verbessert, vielleicht sogar für die Nachtmessungen, verbessert werden?
Im Fall der Zuckermessung in der Nacht hätten wir ein klares Ziel.

Nutzungskontext

Das angestrebte Ziel diktiert den Nutzungskontext. Bleiben wir bei dem Beispiel mit dem Blutzuckermessgerät für Kinder. Wir haben schon gesagt, dass wir die User Experience bei der Nachtmessung verbessern möchten. Nun stellt sich die Frage, in welcher Situation – im Krankenhaus oder Zuhause – wir die nächtliche Zuckermessung beobachten möchten. Wir brauchen absolute Klarheit über den Ort der Untersuchungen.

Probanden

Im nächsten Schritt suchen wir Menschen, die in unserem Kontext agieren und bereit sind zu helfen. Wichtig ist es, die Erwartungen und Abläufe genau zu besprechen und auf die Wünsche der Probanden einzugehen. Das sind Menschen, die uns einen Einblick in ihr Privatleben gewähren, und wir möchten, dass sie sich dabei nicht unangenehm fühlen.

Werkzeuge

Nach der Beobachtung folgt ein Interview, also bereiten wir offene Fragen vor. Meistens nutzt man diese Fragen als „Erinnerung“ und improvisiert, da die Beobachtungen immer zu neuen Fragen führen.
Für die Dokumentation nutzen wir Fotos, Video und Audio. Unbedingt im Vorfeld die Probanden um Erlaubnis fragen!

Contextual Inquiry durchführen

Die Contextual Inquiry verlangt nach Fingerspitzengefühl den Menschen gegenüber sowie nach Improvisationstalent. Drei Standardregeln, die auf jede Situation zutreffen:

Nicht beurteilen

Jedenfalls nicht während des Tests. Wir versuchen, möglichst neutral zu bleiben und schnelle Schlüsse zu vermeiden. Die Arbeit eines User-Researchers während der Contextual Inquiry ist es, zu beobachten und zu dokumentieren.

Neugierig sein

Bei so viel Aufwand möchten wir möglichst viele Informationen sammeln. Neugier ist der Motor dieser Aktion – wir stellen möglichst viele Fragen zu den Details, bringen die Nutzer zum Erzählen – jeder auch noch so kleine Hinweis kann später zu einer Lösung führen! Wisst ihr noch, wie bei „Die Drei???“…

Respekt zeigen

Menschen, die bereit sind, als Probanden an solchen Tests teilzunehmen, verdienen viel Respekt und Anerkennung. Wir müssen dies mit Dankbarkeit annehmen und die Situation nicht überstrapazieren.

Fazit

Contextual Inquiry ist eine Entdeckungsreise, an deren Ende uns bis dato verborgene Daten und Eindrücke erwarten. Das ist definitiv nicht die einfachste Methode, aber wenn ein Projekt in der Anfangsphase steckt und die Liste mit offenen Frage zu den Nutzern nicht mehr auf ein Blatt Papier passt, dann ist die Contextual Inquiry der richtige Weg. Die Methode ermöglicht es uns, in die Nutzungskomplexität einzutauchen und simultan verschiedene Perspektiven – Gewohnheiten, Umgebung, emotionale Zustände des Nutzers etc. – zu untersuchen. Außerdem liefern solch intensive Test viele inspirierende Ideen und helfen, eine vertrauensvolle Beziehung zu den potenziellen Nutzern aufzubauen.

2016/04/user-research-masterclass-small

Want to learn more about personas and other user research methods? Please join our “Agile Research for User Driven Products” Masterclass on the 28th and 30th April in Berlin.
.

Post a Comment

Your email is never published nor shared. Required fields are marked *

*
*

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>